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Am 20. Mai ist Weltbienentag, ein Anlass, der deutlich macht, wie eng unser Alltag, die Natur und das Klima mit einem unscheinbaren Insekt verbunden sind.
Bienen sind weit mehr als Honiglieferantinnen. Sie bestäuben einen großen Teil unserer Nutzpflanzen und sichern damit unsere Ernährung. Von Äpfeln, Kirschen und Beeren über Kürbis und Bohnen bis hin zu Öl- und Eiweißpflanzen wie Raps und Sonnenblume: Ein erheblicher Teil dessen, was auf unseren Tellern landet, hängt direkt von der Bestäubung ab. Fehlen die Bienen, sinken Erträge und Qualität, Früchte bleiben kleiner oder bleiben ganz aus, mit Folgen für Preise, Ernährungssicherheit und landwirtschaftliche Stabilität.
Doch Bienen prägen nicht nur unsere Landwirtschaft, sondern ganze Ökosysteme. Sie gelten als Schlüsselart, weil sie Wildpflanzen bei der Fortpflanzung unterstützen und so dafür sorgen, dass Hecken, Wiesen und Wälder vital bleiben. Diese Pflanzen bieten wiederum Nahrung und Lebensraum für zahlreiche andere Arten. Durch ihre Bestäubungsleistung fördern Bienen zudem die genetische Vielfalt von Pflanzen und damit deren Fähigkeit, sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen, ein zentraler Faktor in Zeiten von Klimawandel, Trockenheit und Extremwetter.
Genau hier schließt sich der Kreis zum Klima: Intakte Ökosysteme speichern Kohlenstoff, halten Wasser im Boden und machen Landschaften widerstandsfähiger gegenüber Hitze, Starkregen und Erosion. Wenn Bienen verschwinden, verlieren wir einen wichtigen Motor dieser Ökosysteme. Gleichzeitig geraten die Bienen selbst durch den Klimawandel unter Druck, etwa durch verschobene Blühzeiten oder längere Trockenperioden. Klimaangepasste, robuste Bienenpopulationen sind deshalb eine Voraussetzung dafür, dass Bestäubung auch in Zukunft zuverlässig funktioniert.
Der Weltbienentag erinnert an diese Zusammenhänge und geht auf eine Initiative der Vereinten Nationen zurück. Das Datum, der 20. Mai, erinnert an den Geburtstag des slowenischen Imkereipioniers Anton Janša. Weltweit nutzen Schulen, Organisationen und Kommunen diesen Tag, um über die Bedeutung von Bienen und den Schutz bestäubender Insekten aufzuklären.
Unser Projektpartner proBiene setzt genau hier an. Als Freies Institut für ökologische Bienenhaltung arbeitet proBiene daran, die Biene auf breiter Basis zu stärken politisch, praktisch und pädagogisch.
Die Organisation hat mit ihrer Lobbyarbeit etwa dazu beigetragen, das Artenschutzgesetz in Baden-Württemberg auf den Weg zu bringen. In Imkerkursen und Fortbildungen vermittelt sie eine wesensgemäße, ökologische Imkerei und forscht zu zukunftsfähigen Haltungsformen. Gleichzeitig bringt proBiene schon Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter mit Bienen in Kontakt und macht erlebbar, warum dieses Insekt so wichtig für unsere Zukunft ist.
Dank der Unterstützung der ClimaClic-Community konnte proBiene im vergangenen Jahr rund hundert Kindergartengruppen besuchen und viele Menschen mit kostenfreien Informationsmaterialien erreichen. Ein besonderes Projekt: Argumentationshilfe-Karten für Jugendliche, die sie in Diskussionen rund um Biodiversität und Nachhaltigkeit stärken. Im Klimaschutzprojekt „Klimaangepasste Bienenhaltung“ erforscht proBiene zudem die stark gefährdete Europäische Dunkle Biene. Ziel ist es, eine klima- und umweltresistente „Öko-Biene“ zu züchten und so die Zukunft der Bienenhaltung zu sichern, als Beitrag zu Biodiversität, Klimaanpassung und resilienten Ökosystemen.
Der Weltbienentag zeigt, warum jeder Beitrag zählt: Wer Bienen schützt, stärkt Natur, Klima und unsere eigene Lebensgrundlage.